IDH-Heilpraktiker

IDH lehnt Kooperationsverträge mit Privatversicherung ab

Die HUK Coburg sowie die PAX Familienfürsorge will Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern unter dem schön klingendem Namen "Kooperationspartner" in verbindliche Honorarpreise manöverieren und in das hohe Recht eines freien Berufes mit leistungsgerechter Patientenhonorarvereinbarung eingreifen.

Eine solche Vereinbarung kann sich allenfalls nur negativ auf eine solide und verantwortungsvolle Gesundheits- und Krankenversorgung der Patienten auswirken, so der Vorsitzende des Heilpraktikerverbandes Bernd Schmidt.

Was sich vielleicht zunächst schön anhören mag, kann ganz schnell zum Bumerang für die einzelne Behandlerin, den einzelnen Behandler und den Berufsstand schlechthin werden.

Mit einer verbindlichen Vereinbarung soll sich die Heilpraktikerin, der Heilpraktiker verpflichten, die Patienten, die bei der HUK bzw. der PAX Familienfürsorge versichert sind, zu den Honorarbeträgen der Bundesbeihilfe zu behandeln. Honorarsätze, die im untersten Niveau liegen.

In diesem Zusammenhag erinnern wir daran, daß das höchste Gericht bereits festgestellt hatte, daß die Sätze der Beihilfe heute nicht mehr haltbar seien. Die Beihilfe hat sich nur so aus der Affäre gezogen, daß es einige Berufsverbände gab, die das niedrige Honorarniveau anerkannt haben. Auf die sich daraus ergebenden negativen Entwicklungen hatten wir schon seinerzeit hingewiesen.

Was soll der Patient denken und wie soll er reagieren, wenn eine Kollegin oder ein Kollege für diese Honorarsätze arbeitet und eine andere Kollegin oder ein anderer Kollege sich nicht auf derartige negativen Entwicklungen einläßt und leistungsgerecht abrechnet? Was für eine Wettbewerbsverzerrung wird dies, wenn es Schule macht, mit sich bringen?

Erstaunlich ist, daß ein Heilpraktikerverband auch noch empfiehlt, solche Vereinbarungen einzugehen. Seitens eines Verbandes, der doch die Interessen der Kollegenschaft vertreten soll.

Der wichtigste Grund sei, so dieser Verband, daß der Patient eine Kostenentlastung erhalten und so verhindert würde, daß der Patient eine Selbstbeteiligung zu tragen habe. Man muß dies mehrmals lesen, um es zu glauben. Dem Patienten die Selbstbeteiligung wegen der geringen Erstattung seitens der Versicherung ersparen auf dem Rücken der Kollegin, dem Kollegen, die eine entsprechende Leistung erbringen.

Und dies dann noch in dem Wissen, daß die HUK im Normalfall, also ohne eine solche Vereinbarung, höhere Leistungen tarifgemäß erbringt.

Und wenn man liest, daß der besagte Verband erfreut darüber ist, daß jetzt auch Privatversicherungen mit uns Heilpraktikern Vereinbarungen abschließen wollen und wir Heilpraktiker noch fester im Gesundheitssystem verankert würden. Wie naiv muß man sein, um so zu argumentieren.

Man muß sich fragen, ob hier die Verantwortlichen blauäugig sind oder andere Interessen vertreten oder ihr Handeln nicht mehr überschauen können. Hat man eigentlich die möglichen Auswirkungen nicht nur für die Kolleginnen und Kollegen sondern auf unseren gesamten Berufsstand einmal nur annähernd beleuchtet? Wohl kaum.

Das Ganze hört sich schon wie ein sehr schlechter Neujahrsscherz / Aprilscherz an.

Wir können aus unserer Verantwortung heraus nur Ablehnung empfehlen und darum bitten, nicht daran mitzuwirken einen Schneeball ins Rollen zu bringen, der zu einer negativen Lawine werden kann.

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IDH - Interessengemeinschaft Deutscher Heilpraktikerverbände und Heilpraktiker e.V.

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